#42 Grenzen setzen ohne schlechtes Gewissen – so schützt du deine Energie und dich selbst

Grenzen setzen üben
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Warum „Grenzen zu setzen“ viel mit dem eigenen Selbstwertgefühl zu tun hat

Es ist wichtig, Grenzen zu setzen und dies im Alltag zu üben.
Das klingt im ersten Moment klar und logisch.
Und gleichzeitig ist es für viele Menschen eines der schwierigsten Themen überhaupt.

Wie geht es dir mit dem Thema „Grenzen setzen“? Erkennst du dich wieder?

Du sagst „Ja“, obwohl du innerlich „Nein“ meinst.
Du gibst nicht die Antwort, die du gerne geben würdest, um einen Konflikt zu vermeiden.
Du merkst erst hinterher, dass es dir zu viel war, und ärgerst dich über dich selbst.

Und genau hier beginnt das eigentliche Thema.
Denn Grenzen setzen hat weniger mit dem Verhalten anderer zu tun, sondern mit der Beziehung zu dir selbst.

Welchen Wert gibst du dir?
Welchen Wert gibst du deiner Lebenszeit?
Welchen Wert gibst du deinen Bedürfnissen?
Welchen Wert gibst du deinem Commitment dir selbst gegenüber?

Erst einmal geht es darum, dich selbst ernst zu nehmen, dich wahrzunehmen und dir selbst zu erlauben, wichtig zu sein.

Und dann können wir uns auch gut um andere Menschen kümmern – mit mehr Energie, innerer Stärke und Motivation.

 


Warum fällt es uns oft so schwer, Grenzen zu kommunizieren?

 

Wenn du merkst, dass es dir schwerfällt, Grenzen zu setzen, liegt das nicht daran, dass du „zu schwach“ bist oder deine Bedürfnisse nicht kennst.

Die häufigsten Gründe dafür sind:

Du hast gelernt, dass Harmonie wichtiger ist als Ehrlichkeit.
Eventuell möchtest du niemanden enttäuschen.
Es könnte sein, dass du Angst hast, abgelehnt zu werden, wenn du für dich einstehst.
Oder du bist überzeugt, dass es egoistisch ist, deine Bedürfnisse zu äußern und für sie einzustehen.

Wenn du denkst „Ich will doch nicht, dass andere komisch über mich denken oder verärgert sind.“, dann liegt hier ein wichtiges Lernfeld vor dir:

Grenzen zu setzen, bedeutet nämlich nicht, dass andere sich automatisch von dir weggestoßen fühlen oder verärgert sind.
Und es heißt auch nicht, dass daraus gleich ein größerer Konflikt entstehen muss.

Ja…. Es wird nicht jedem gefallen und für dein Umfeld ist es evtl. gewöhnungsbedürftig, wenn du plötzlich Grenzen setzt.

Aber die Chancen, die für dich daraus entstehen können, sind enorm:

-> Du hörst auf, dich selbst zu übergehen, und beschäftigst dich mit deinen Bedürfnissen
-> Deine Zeit wird mehr wertgeschätzt – durch dich selbst und von anderen.
-> Du gestaltest deine Beziehungen bewusst und lässt diese nicht automatisch von anderen gestalten.
-> Durch Übung wirst du immer besser und sicherer darin werden.

 

Woran du erkennst, dass deine Grenzen oft überschritten werden

 

Manchmal spüren wir gar nicht sofort, dass wir unsere eigenen Grenzen nicht wahren.

Doch wenn wir ein klein wenig achtsam sind, dann zeigen uns unser Körper und auch unsere Emotionen das sehr deutlich.

Wir fühlen uns erschöpft und innerlich irgendwie leer.
Wir sind schneller gereizt oder ziehen uns zurück.
Wir haben das Gefühl, ständig zu funktionieren und nicht wirklich wir selbst zu entscheiden.
Wir denken immer häufiger: „Das ist mir gerade eigentlich zu viel.“
Wir sind mehr für andere da, und kaum für uns selbst.

Ich möchte dich einladen, dich mehr zu spüren, deiner Intuition zu vertrauen und ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, wann du für dich selbst einstehen darfst und musst.

Dabei ist mir eines ganz wichtig:

Eine Grenze zu setzen, hat nicht unbedingt etwas mit extremer Abgrenzung oder Egoismus zu tun.
Sondern vielmehr mit „Informationen geben“, „gesunde Beziehungen zu leben“ und mit „Kommunikation auf Augenhöhe“.

Ein JA zu dir, ist manchmal auch ein NEIN zu anderen, und das ist OK.

Es kommt immer auf die Balance an und vor allen Dingen auf eine realistische Einschätzung der eigenen Energiereserven, Werte und Möglichkeiten.

 

Grenzen zu setzen ist Selbstfürsorge und kein Egoismus

 

Viele Menschen glauben, dass „Grenzen setzen“ bedeutet, hart oder egoistisch zu sein.

Doch das Gegenteil ist der Fall:

Grenzen schützen nicht nur dich, sie schützen auch deine Beziehungen.

Denn klare Grenzen sorgen für:

  • mehr Ehrlichkeit
  • mehr Respekt
  • weniger Missverständnisse
  • und langfristig mehr Nähe und Verbundenheit

 

Grenzen zu setzen heißt also nicht: „Ich gegen dich.“
Sondern: „Ich achte auf mich (auch wenn es dir nicht gefällt oder du es gerne anders hättest) und bleibe trotzdem in Verbindung mit dir.“

Werde zum Gestalter/ zur Gestalterin deiner Beziehungen und frage dich immer:

Was brauche ich gerade, um in meiner Kraft zu sein?
Was hat gerade für mich Priorität?
Was möchte ich sagen, und warum?

Nutze dieses Lernfeld immer wieder, um zu üben und dich auszuprobieren:

Wie kann ich etwas formulieren, so dass es sich gut anfühlt?
Mit welchen Worten fühle ich mich sicher und wohl?
Wann ist es mir besonders wichtig?

 

Grenzen setzen lernen – eine klare Schritt-für-Schritt-Anleitung

Jetzt wird es konkret.

Denn Grenzen zu setzen ist nichts, was wir schon mit in die Wiege gelegt bekommen haben oder automatisch im Laufe der Zeit gelernt haben.
Es ist etwas, das wir erlernen können, und es ist nie zu spät, damit anzufangen.


Schritt 1: Werde dir deiner Grenzen bewusst

Bevor du eine Grenze setzen kannst, solltest du Grenzüberschreitungen bei dir wahrnehmen können.
Wenn deine innere Stimme Folgendes sagt, dann schenke ihr Beachtung:

Das passt gerade so für mich nicht.
Da möchte ich nicht mit dabei sein.
So mag ich nicht behandelt werden.
Das ist mir zu viel.
Das schaffe ich im Moment nicht.

Frage dich in deinem Alltag immer wieder:

  • Was fühlt sich gerade gut an – und was nicht?
  • Wo wird es mir zu viel?
  • Wann sage ich „Ja“, obwohl ich innerlich „Nein“ meine?

 

Dein Körper gibt dir oft die ersten Hinweise:
Unruhe, Druck, Enge, ein Ziehen in der Magengegend, ein kleiner Stich im Herzraum oder starke Erschöpfung.

Nimm diese Signale ernst und vertraue ihnen, sie zeigen dir den Weg.

Vielleicht denkst du:

„So schlimm ist es doch gar nicht.“
„Ich stelle mich bestimmt nur so an.“
„Das kann ich schon noch machen.“

Doch genau hier beginnt das Übergehen deiner eigenen Grenzen.


Schritt 2: Formuliere deine Grenze klar, aber ruhig

Die eigenen Grenzen sollten klar formuliert sein.

Als kleine Hilfestellung kannst du dir Sätze, die mit „Ich“ anfangen, zurechtlegen.
Diese bieten weniger Angriffsfläche und du bleibst eher bei dir, als bei dem Thema oder deinem Gegenüber.

Bleibe dabei bei deiner Intention, ohne dich zu rechtfertigen oder ellenlange Begründungen anzuhängen.

Hier sind ein paar Beispiele:

„Ich merke, heute passt es für mich nicht. Gerne nächstes Mal.“

„Ich brauche gerade etwas Zeit für mich. Danke, dass du an mich gedacht hast.“

„Ich traue mir das in diesem Umfang nicht zu und melde mich, wenn sich an dieser Tatsache etwas ändert.“

„Ich möchte das nicht übernehmen. Das geht weit über meinen Verantwortlichkeitsbereich hinaus.“

„Ich habe das schon so oft erklärt und bleibe bei meiner Meinung, vielen Dank für dein Verständnis.“

Wichtig ist nicht die perfekte Formulierung.
Wichtig ist, dass du bei dir bleibst und wenig Raum für Eventualitäten lässt.

 

Schritt 3: Halte das Gefühl oder die Reaktion aus, auch wenn es unangenehm ist

Das ist oft der schwierigste Schritt.

Denn wenn du beginnst, Grenzen zu setzen, können Gefühle auftauchen wie Schuld, Unsicherheit oder Angst vor Ablehnung.

Und genau hier geben viele Menschen wieder nach.

Doch diese Gefühle sind kein Zeichen, dass wir auf dem falschen Weg sind.
Sie sind ein Zeichen dafür, dass wir uns außerhalb der Komfortzone bewegen und wir gerade etwas Neues dazulernen.
Und das kann auch richtig Spaß machen.

Vielleicht ist dieser neue Glaubenssatz genau der richtige für dich:

„Ich darf für mich einstehen und Grenzen setzen, auch wenn es sich ungewohnt anfühlt.“

Du musst nicht sofort bei großen Themen oder in Situationen, die größere Wellen schlagen können, Grenzen setzen.

Beginne im Kleinen:

  • eine Einladung absagen
  • eine Aufgabe verschieben
  • eine unterschiedliche Meinung teilen
  • ein Statement setzen

u.s.w.


Schritt 4: Bleib dran, wenn es nicht sofort perfekt klappt

„Grenzen setzen lernen“ ist ein Prozess und geht nicht von heute auf morgen.
Aber du kannst immer besser werden, dich immer wohler fühlen und immer mehr Vertrauen in dich und deine Fähigkeiten gewinnen.

Es wird Situationen geben, in denen es dir leichtfällt.
Und andere, in denen du wieder in alte Muster rutschst.

Das ist vollkommen normal.

Wichtig ist nur, dass du dranbleibst und dich nicht einschüchtern lässt.

Sprich früher aus, was du brauchst, und warte nicht, bis du innerlich explodierst.

Je früher du etwas ansprichst, desto leichter fällt es dir.

Vielleicht hast du Angst, dass sich etwas verändert, wenn du beginnst, Grenzen zu setzen?

Und ja, das stimmt.

Doch nicht im negativen Sinne, denn du kannst dir sicher sein:

Menschen, die dich respektieren, werden deine Grenzen akzeptieren.
Und Menschen, die das nicht tun, zeigen dir etwas Wichtiges.

Grenzen schaffen Klarheit.
Und Klarheit ist die Basis für echte, gesunde Beziehungen.

 

Meine wichtigste Erkenntnis der letzten Jahre

 

„Grenzen setzen“ kann jeder lernen und ich habe sogar gelernt, Spaß dabei zu haben.
Dabei macht Übung den Meister/die Meisterin.

Deshalb möchte ich dich motivieren und inspirieren, es immer wieder zu üben und dranzubleiben.
Denn es bedeutet nicht, dich von anderen zu entfernen, sondern es beinhaltet die große Chance, dir selbst etwas näher zu kommen.

Und vielleicht ist genau das der Punkt, an dem du ansetzen darfst, und zwar nicht, um noch mehr zu leisten und auszuhalten, sondern um zu beginnen, dich selbst ein Stück wichtiger zu nehmen.

Was wäre ein kleiner Schritt, den du heute gehen kannst,
um deine Grenzen zu achten und zu kommunizieren?

 

Anna Ludwig

Wenn du spürst, dass dir Grenzen setzen schwerfällt und du dir dabei Unterstützung wünschst, dann begleite ich dich sehr gerne.

Denn Grenzen setzen kannst du lernen.
Und es wird dein Leben verändern, Schritt für Schritt.

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Ich freue mich auf dich!

Anna Ludwig

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