#04 Fettnäpfchen in der Kommunikation: Vermeide diese 4 Stolperfallen!

Fettnäpfchen in der Kommunikation
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Oft ist es uns gar nicht bewusst und so treten wir vielleicht ganz unabsichtlich in Kommunikations-Fettnäpfchen, was unsere Beziehungen aber nachhaltig beeinträchtigen kann.

In diesem Artikel werde ich auf vier häufige Kommunikations-Fettnäpfchen eingehen und praxisnahe Beispiele geben, wie man diese vermeiden kann.

„Alles wie immer „kein Hexenwerk“, aber einen großen Fortschritt können wir bereits dadurch erzielen, dass wir uns diese Fettnäpfchen zunächst einmal in unser Bewusstsein holen.

Was meinen wir überhaupt damit, wenn wir sagen „wir treten in ein Fettnäpfchen“?

Die Bedeutung hinter dem Ausdruck „ins Fettnäpfchen treten“ stammt aus dem Volksmund und er wird verwendet, um eine Situation zu beschreiben, in der man unabsichtlich einen Fehler macht oder sich ungeschickt verhält.
Das Bild eines Fettnäpfchens symbolisiert hierbei eine potenzielle Peinlichkeit oder ein Missgeschick, das uns in Kommunikationssituationen passieren kann.

Indem wir uns bewusst sind, welche Fettnäpfchen existieren und wie wir sie vermeiden können, können wir Missverständnisse minimieren und auch dafür sorgen, dass sich unser Gegenüber mit unseren Aussagen nicht unwohl fühlt.

 

Das erste Fettnäpfchen auf meiner Liste ist das „Ausfragen ohne Punkt und Komma“.

Stell dir vor, du bist mit einer Kollegin oder mit einem Kollegen mittags zum Essen verabredet und hast nach einem anstrengenden, intensiven Vormittag nun richtig Hunger.

Als das Essen dann endlich an den Tisch gebracht wird, hört dein Gegenüber allerdings nicht auf, dir eine Frage nach der anderen zu stellen.

Es sind alles Fragen, die sich nicht mal eben schnell beantworten lassen und aus Höflichkeit versuchst du natürlich jede Frage ausführlich (nur ein „Ja“ oder „Nein“ mit knapper Antwort wäre ja etwas wenig, denkst du) zu beantworten und dein Essen wird kälter und kälter und nur geringfügig weniger.

Dein Gegenüber hat das Essen natürlich warm genossen und es fällt ihr/ihm auch erst relativ spät auf, dass dein Teller noch fast voll ist (wenn überhaupt!).

Du hast jetzt entweder immer noch Hunger oder Bauchschmerzen, da du, kurz vor dem Bezahlen, doch noch schnell versucht hast den Teller zu leeren.

Wir sollten uns daher merken: Durch ständiges „Ausfragen“ kommt kein entspannter und gleichwertiger Dialog zustande!

Interesse an einer Person zu haben, ist toll und sehr gut, ABER gute Gespräche sind ein Geben und Nehmen, ein Wechselspiel zwischen Fragen und Antworten und auch aktivem Zuhören und authentischem Erzählen.

Ganz wichtig ist hierbei auch:
Wir Menschen haben ein ganz unterschiedliches Bedürfnis an Privatsphäre und wir Menschen kommunizieren alle in einem unterschiedlichen Tempo und mit unterschiedlichem Stil.

Bei unserem Beispiel geblieben, wäre es einfach wertschätzend gewesen, wenn die andere Person auch etwas von sich erzählt und dir die Pause zum Essen gegeben hätte.

Im Gegenzug wäre es natürlich auch möglich gewesen, den anderen darauf hinzuweisen, dass du dich sehr gerne mit ihr/ihm unterhältst, aber trotzdem gerne in Ruhe essen möchtest.

 

Das zweite Fettnäpfchen in der Kommunikation, welches dir bestimmt bekannt vorkommt, ist das „Banalisieren“ bzw. „Herunterspielen ohne Rücksicht“.

„Es kann doch gar nichts passieren“ oder „Die anderen machen das doch auch ständig“ oder „Die letzten Wochen hat doch auch immer jemand daran gedacht…“ oder, oder, oder …

Kommt dir das bekannt vor?

Die eigene Wahrnehmung zu einer bestimmten Person oder Situation zu äußern, ist nicht immer hilfreich, wenn sich unser Gegenüber mit schwierigen Fragestellungen beschäftigt.

Zusätzlich zu den unterschiedlichsten Betrachtungsweisen nehmen wir ein und dieselbe Situation auch emotional komplett anders wahr und ziehen daraus deshalb auch ganz andere Schlüsse.

Das heißt:

Die Sorgen, die sich ein anderer macht, machen wir uns vielleicht gar nicht und wenn wir uns nach Möglichkeiten umsehen im Erdboden zu verschwinden, dann tauen andere Menschen vielleicht erst richtig auf.

Ein Spruch, den ich mal in einem Podcast-Interview mit Karin Kuschik gehört habe, möchte ich hier kurz wiedergeben:
„Sich Sorgen zu machen ist wie ein Pflaster auf eine Wunde zu kleben, obwohl noch gar keine da ist.“

Aber:
Es hilft nichts…Wir Menschen haben nun einmal Ängste und Sorgen und ticken einfach komplett unterschiedlich und das wird auch immer so bleiben!

Daher können wir uns überlegen:

  • Was wäre denn besser als das Gesagte oder die „Sorgen herunterzuspielen“?
  • Wir könnten zum Beispiel sagen „Ich verstehe, dass…“
  • Oder: „Ich kann total gut nachvollziehen, dass…“, „Ich bin überzeugt, dass du hier alle Möglichkeiten bedacht hast, magst du trotzdem kurz meine Meinung darüber hören?“

Diese Antworten geben dem Gegenüber zumindest das Gefühl, dass er verstanden wird und dass er sich für die Sorgen, die er sich macht, nicht schlecht fühlen muss und gehört wird.

 

Jetzt kommen wir zum dritten Fettnäpfchen der zwischenmenschlichen Kommunikation und das ist der „ungefragte Ratschlag“.

Du kennst doch bestimmt das Sprichwort „auch ein Ratschlag ist ein Schlag!“ oder “Ratschläge sind auch Schläge“?

Weit verbreitet ist die Deutung, im Wort Ratschlag stecke das Wort „Schlag“.
Dem ist allerdings nicht ganz so.

Ursprünglich bedeutete der Ratschlag „den Beratungskreis schlagen“, also den Kreis für eine Beratung abgrenzen. Dabei wurde ein Rat einberufen, beispielsweise ein Gemeinderat oder Stadtrat. Bei einem solchen Rat handelt es sich um ein Gremium, welches sich um die Belange von Bürgern kümmert und dies ist ja eher etwas Positives.

Ein Ratschlag, eine Empfehlung kann gut gemeint und auch wirklich hilfreich sein, wenn er mit viel Wohlwollen und guter Absicht ordentlich „verpackt“ ist. – und von meinem Gegenüber gewünscht ist.

Ein UNGEFRAGTER Ratschlag ist allerdings eher negativ einzuordnen.

In der Regel wollen wir keine Ratschläge erhalten, wenn wir nicht danach gefragt haben, da dies in uns eine gewisse Ablehnung auslöst und das Gefühl von Bevormundung hervorruft.

Was können wir selbst also tun, wenn das Gefühl in uns hochkommt, dass wir jemandem anderen gerne eine Empfehlung aussprechen würden, weil wir vielleicht eine bestimmte Erfahrung gemacht haben, etwas Ähnliches erlebt haben oder eine gute Idee dazu haben?

Ganz simpel! Wir könnten vorher fragen, ob wir unsere Empfehlung adressieren dürfen:

  • „Würde es dich interessieren, was mir damals geholfen hat?“
  • „Möchtest du erfahren, welche Schritte ich mir aufgeschrieben habe, damit mir das nicht mehr passieren kann…?“

Hier hat unser Gegenüber nicht das Gefühl von Ihrem Ratschlag „überrannt“ zu werden und hat zumindest die Möglichkeit noch kurz „Nein danke…“ zu sagen…

 

Das letzte Fettnäpfchen, welches ich hier heute vorstellen möchte, ist das „stark Mitleid zu zeigen“:

Das klingt vielleicht erst einmal seltsam, aber oft werden Personen, die uns unglücklich oder hilflos erscheinen, stark bemitleidet.
Es wird zwar dann mitgelitten, aber trotzdem bleibt ein seltsames Gefühl, wenn man feststellt, dass es einem selbst so viel besser geht.

Mitleid ist insgesamt also eher eine passive Haltung mit bitterem Beigeschmack und Fakt ist, Mitleid fühlt sich nicht gut an!

Nicht für den, dem es schlecht geht und auch nicht für den, der „mitleidet“.

Mitleid hilft außerdem niemandem und der Bemitleidete bleibt noch eher in der Opferrolle hängen, ohne etwas an dem eigenen Zustand zu ändern.
Es wird quasi im Problemzustand stecken geblieben, ohne eine Veränderung anzustoßen.

Was ist auf jeden Fall besser für deine Mitmenschen?

Genau – das Mitgefühl!
Jetzt fragst du dich vielleicht wo ist genau der Unterschied zum Mitleid ist?

Der erste Unterschied ergibt sich schon aus den Worten:
Mitleid bedeutet mit-leiden.
Mitgefühl bedeutet mit-fühlen, also die Fähigkeit zu besitzen sich in andere Personen hineinzuversetzen und diese mit den vorherrschenden Gefühlen zu verstehen.

Mitgefühl ist eine Art herzliche Anteilnahme und hat mit Einfühlungsvermögen, Verständnis und Wertschätzung zu tun.

Wenn du dir vorstellst, wann du das letzte Mal echtes Mitgefühl empfunden hast oder wann du das Gefühl hattest, jemand fühlt mit dir …

Egal von welcher Position du es betrachtest, es war bestimmt ein positives Gefühl!
Dieses Gefühl können wir bei „Mitleid“ nicht erzeugen – ganz im Gegenteil.

Wenn dir der Artikel gefallen hat, dann freue ich mich, wenn du ihn in deinem Umfeld teilst und ich hoffe, du kannst in deinem Alltag ab heute ein paar „Kommunikations-Fettnäpfchen“ aufdecken und umgehen.

Als Kommunikationstrainerin und Life Coach ist es mir ein Anliegen, Missverständnisse in Beziehungen zu reduzieren, Konflikte mit uns selbst und anderen zu lösen und eine gesunde, wertschätzende Arbeits- und Familienatmosphäre zu unterstützen.

Wie wir mit mehr Leichtigkeit, Freude und Harmonie zwischenmenschliche Beziehungen gestalten können, sind hierbei immer die zentralen Fragestellungen.
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Ich freue mich auf dich!

Alles Liebe

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