#13 Was mutig sein für mich NICHT bedeutet

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Meine Perspektive auf das Thema Mut: Was mutig sein für mich NICHT bedeutet.

 

Mut ist eine Eigenschaft, die in unserer Gesellschaft oft geschätzt und gefeiert wird.

In vielen Erzählungen und Medienberichten begegnen uns Menschen, die mutig ihre Ängste überwinden, Mut haben sich zu äußern und durch ihren Mut Großes erreichen.

Doch was bedeutet es eigentlich mutig zu sein?

Und warum ist es nicht immer erstrebenswert, ständig mutig zu sein?

In diesem Blogartikel werde ich darüber sprechen, was Mut für mich NICHT bedeutet und warum ich es wichtig finde, eine differenziertere Sichtweise auf das „Mutigsein“ zu entwickeln.

 

Die gängige Vorstellung von Mut

 

In der öffentlichen Wahrnehmung wird Mut oft mit spektakulären Taten assoziiert.
Wir denken an Feuerwehrleute, die in brennende Gebäude stürmen, oder an Abenteurer, die gefährliche Gipfel erklimmen.
Diese heroischen Handlungen sind zweifellos mutig, doch sie repräsentieren nur einen kleinen Teil dessen, was Mut wirklich ausmacht.

Mut wird oft mit Risikobereitschaft und körperlicher Unerschrockenheit gleichgesetzt.
Doch ich finde, das greift zu kurz.
Mut ist nicht nur auf körperliche Heldentaten beschränkt, sondern erstreckt sich auf verschiedene Lebensbereiche, darunter auch auf emotionale und mentale Herausforderungen.
Ich glaube, wir alle können viele Beispiele nennen, was mutig zu sein, für uns bedeutet, welche Personen wir, aus welchen Gründen auch immer, mutig finden und was diese ausmacht.

In diesem Beitrag geht es jedoch um eine andere Perspektive auf das Thema „Mut“ :

 

  1. Mutig zu sein, bedeutet für mich nicht, keine Angst zu haben.

 

Eine gängige Vorstellung von Mut ist die Abwesenheit von Angst.
Doch das ist ein Missverständnis.

Mutig zu sein, bedeutet nicht, dass man keine Angst empfindet, sondern dass man sich seinen Ängsten stellt und trotzdem handelt.

Die meisten mutigen Menschen haben Angst, aber sie lassen diese Angst nicht die Kontrolle über ihr Handeln übernehmen.
Sie akzeptieren ihre Ängste und gehen trotzdem den Weg, den sie für richtig halten. Das ist das Besondere daran, denn wenn wir unsere Angst „an die Hand nehmen“, geht sie mit uns auch durch schwierige Situationen.

 

  1. Mutig zu sein, bedeutet für mich nicht, immer irgendwelche Risiken eingehen zu müssen.

 

Mut wird oft mit Risikobereitschaft in Verbindung gebracht.
Doch das bedeutet nicht, dass mutige Menschen immer nur risikofreudig handeln. Im Gegenteil, sie sind oft sehr bedacht in ihren Entscheidungen.
Mutige Menschen setzen sich mit den Risiken auseinander, analysieren sie und treffen dann eine informierte Entscheidung. Sie sind sich bewusst, dass Risiken Teil des Lebens sind, aber sie gehen sie mit Bedacht an – nicht kopflos und nur, weil sie mutig sein möchten.
Um mutig zu sein, muss ich keine Risiken eingehen, die ich nicht abschätzen kann oder etwas tun, nur weil es andere tun.
Mut ist keine Eigenschaft, die grundsätzlich durch eine hohe Risikobereitschaft geprägt ist.

 

  1. Mutig zu sein, bedeutet nicht, immer im Rampenlicht zu stehen.

 

Mut ist nicht zwangsläufig mit öffentlicher Anerkennung verbunden. Es gibt unzählige Menschen, die im Stillen mutige Projekte vorantreiben, ohne je im Rampenlicht zu stehen. Mut kann in kleinen alltäglichen Handlungen genauso zum Ausdruck kommen wie in großen, öffentlichkeitswirksamen Taten.
Es geht nicht darum, von anderen bewundert oder gelobt zu werden, sondern darum, das Richtige zu tun, selbst wenn niemand hinschaut.
Mutige Menschen handeln nicht, um im Mittelpunkt zu stehen oder Aufmerksamkeit zu erregen.
Sie handeln, weil sie von einer inneren Überzeugung angetrieben werden und weil sie an das glauben, wofür sie einstehen.
Das heißt: Mutig sein, hat mit unserer inneren Einstellung zu uns selbst zu tun und ist nicht abhängig von den Reaktionen im Außen.

 

  1. Mutig zu sein, bedeutet nicht, keine Hilfe annehmen zu dürfen.

 

Auch wenn wir mutig sind, können wir die Unterstützung anderer Menschen in Anspruch nehmen – oder gerade deswegen?!

Mut beinhaltet meines Erachtens auch die Fähigkeit zur Selbstreflexion und das Eingeständnis von Schwächen.
Es erfordert Mut, sich einzugestehen, dass man in bestimmten Situationen Unterstützung benötigt. Wenn wir anerkennen, dass wir nicht alles im Alleingang bewältigen können, dann ist dies ein Zeichen von emotionaler Intelligenz und Selbstbewusstsein, welches uns einige Schritte nach vorne bringen wird.

Entgegen der gängigen Meinung, mutige Menschen „schaffen“ alles alleine, sind mutige Menschen, meiner Meinung nach auch bereit, um Hilfe zu bitten und Unterstützung anzunehmen.
Sie erkennen, dass es keine Schwäche ist, auf andere angewiesen zu sein. Ganz im Gegenteil:
Mut kann auch darin bestehen, sich seinen eigenen Begrenzungen einzugestehen und sich dann Unterstützung zu suchen, wenn man sie braucht.

 

Warum es nicht erstrebenswert ist, immer mutig zu sein

 

Ist es wirklich erstrebenswert, immer mutig zu sein?
Obwohl Mut zweifellos eine bewundernswerte Eigenschaft ist, sollte es nicht das Ziel sein, immer mutig zu sein.

Mutig zu sein kostet Kraft, und die muss man erst einmal haben – das dürfen wir nicht vergessen.

Unser Körper verbraucht extrem viel Energie, wenn er aus seiner Komfortzone geht.
Deshalb tun uns Mut-Pausen ziemlich gut und wir brauchen dafür unsere geliebten Routinen.
Viele Verhaltensmuster haben sich nämlich aus einem ganz bestimmten Grund bei uns eingenistet, denn sie geben uns Struktur und sorgen für unser Wohlbefinden.

Außerdem sind wir oft aus vielen Gründen bereits mutig, die uns vielleicht noch gar nicht bewusst sind.
Es ist wichtig, auch Raum für andere Gefühle und Eigenschaften in unserem Leben zu lassen – Mut muss nicht unbedingt den größten Raum einnehmen.

 

Übermäßiger Mut kann uns in Gefahr bringen

Übermäßiger Mut dazu führen kann, dass wir uns unverantwortlichen Risiken aussetzen. Wenn wir ständig auf der Suche nach Nervenkitzel und Adrenalin sind, könnten wir uns selbst und andere gefährden.
Ein gesundes Maß an Vorsicht und Selbstschutz ist daher wichtig und angebracht.

 

Der Druck, immer mutig zu sein, kann stressig sein und zusätzlichen Druck erzeugen

Wenn wir uns selbst den Druck auferlegen, immer mutig zu sein, kann das zu Stress und sogar zu Burnout führen. Es ist wichtig, uns selbst zu erlauben, auch Schwäche zu zeigen und um Unterstützung zu bitten, wenn wir sie brauchen. Das macht uns menschlich und ist gut für unsere physische und psychische Gesundheit.
Wie gesagt, mutig zu sein, erfordert Energie, die erst einmal vorhanden sein muss.
Das trifft auch dann zu, wenn es um Ziele und Projekte geht, auf die wir Lust haben oder durch Leistungsdruck von innen und außen auf eine chronische Erschöpfung zusteuern.

 

Mut ist nicht immer die beste Reaktion auf alle Situationen

 Es gibt Situationen, in denen es klüger ist, zurückhaltend zu sein und nicht zu übermütig vorzugehen. Außerdem kann es in komplexen sozialen oder zwischenmenschlichen Situationen kann es erfolgversprechender sein, Geduld und Empathie zu zeigen, anstatt impulsiv und mutig zu handeln.
So ist es oft wichtiger aktiv zuzuhören, wertschätzend zu kommunizieren und sich der eigenen Körpersprache bewusst zu sein.

Natürlich kostet es Mut, nach einem Streit auf den anderen zuzugehen und wir brauchen ein wenig Mut, in einem neuen Team unseren Standpunkt klarzumachen. Dennoch gibt es Situationen, in denen das „Mutigsein“ auch wenig zurücktreten darf, damit andere Gefühle und Charaktereigenschaften in den Vordergrund rücken können.

 

Ein kleines Fazit für dich zum Schluss

 

Mut ist zweifellos eine bewundernswerte Eigenschaft, aber es ist wichtig zu verstehen, dass mutig sein nicht bedeutet, immer ohne Angst zu sein oder ständig Risiken einzugehen.

Mut kann viele verschiedene Formen annehmen und sollte in Balance mit anderen Eigenschaften wie Empathie, Geduld und Besonnenheit gesehen werden.

Mutig zu sein und aus unserer Komfortzone zu gehen, sich auszuprobieren und sich weiterzuentwickeln ist etwas Wertvolles, stärkt unsere Resilienz und unsere Selbstwirksamkeit.

Daher: Mutig sein JA, aber nicht immer und um jeden Preis.

Ich hoffe du konntest etwas für dich mitnehmen und ich bin gespannt, was deine Sichtweise auf das Thema „Mut“ ist.

 

Herzliche Grüße

 

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